Warum ein Logo im QR-Code funktioniert
QR-Codes verfügen über eine Fehlerkorrektur. Diese erlaubt es Scannern, den Code auch dann zu lesen, wenn ein Teil beschädigt oder verdeckt ist. Vier Fehlerkorrektur-Stufen sind im Standard definiert:
| Stufe | Toleranz | Anwendung | |---|---|---| | L (Low) | 7 % | Saubere Druckmaterialien ohne Logo | | M (Medium) | 15 % | Standard für die meisten Anwendungen | | Q (Quartile) | 25 % | Mit Logo, normale Bedingungen | | H (High) | 30 % | Mit Logo, in schwierigen Umgebungen |
Ein zentral platziertes Logo blockiert bei normaler Grösse etwa 10–20 % der Modulfläche. Mit Fehlerkorrektur-Stufe Q oder H bleibt der Code zuverlässig scanbar.
Grundregeln für Logos im QR-Code
1. Logo nur in die Mitte — nie auf die Ecken
Die drei grossen Quadrate in den Ecken eines QR-Codes (Finder Patterns) sind kritisch. Ohne sie kann der Scanner den Code nicht orientieren. Logo also ausschliesslich in der mittleren Codefläche platzieren.
2. Maximal 20 % der Codefläche überdecken
Ein Logo sollte etwa 15–20 % der Gesamtfläche des Codes belegen. Bei einem 30 mm grossen Code wären das maximal 6–8 mm Logo-Breite. Wer mehr überdeckt, riskiert Lese-Fehler.
3. Fehlerkorrektur Q oder H wählen
Bei jedem Code mit Logo: Stufe Q (25 %) als Minimum, H (30 %) wenn die Druckqualität oder Sichtbedingungen schwierig sind (z. B. dunkles Substrat, gewölbte Flächen).
4. Logo mit weissem Hintergrund
Auch wenn Ihr Logo transparent ist: Hinterlegen Sie es im Codemuster mit einer weissen Fläche von etwa 1–2 Modulen Abstand zum Logo. Sonst „klebt" das Logo am Codemuster und stört die Erkennung.
Farben im QR-Code
Ein QR-Code muss nicht zwingend schwarz-weiss sein. Aber es gibt klare Regeln:
Was funktioniert
- Dunkler Vordergrund auf hellem Hintergrund — der Klassiker, immer zuverlässig
- Farbiger Vordergrund (z. B. Markenfarbe) auf weissem Hintergrund — funktioniert, sofern der Farbkontrast hoch ist
- Helle Module auf dunklem Hintergrund — invers gedreht. Funktioniert auf den meisten modernen Scannern, aber nicht auf allen älteren Geräten
Was nicht funktioniert
- Helle Module auf hellem Hintergrund — zu wenig Kontrast, viele Scanner versagen
- Roter Vordergrund auf grünem Hintergrund — Farben-Komplementär, Kontrast schlecht
- Verlaufseffekte über den ganzen Code — Module verschwimmen ineinander
Faustregel zum Kontrast
Stellen Sie sich Ihren Code in Schwarz-Weiss vor. Sollte ein heller Hintergrund einen klar dunkleren Vordergrund haben (Helligkeitsdifferenz > 40 %), funktioniert der Code in Farbe ebenfalls.
Abgerundete Module und stilisierte Designs
Moderne Generatoren bieten gerundete Ecken, Punkt-Module, Sternchen-Stile usw. Diese sind technisch erlaubt, sofern:
- Die Modulgrösse erhalten bleibt
- Die Module sich nicht überlappen
- Die Finder Patterns nicht stilisiert werden (eckig lassen)
Beim Einsatz stilisierter Module empfehlen wir die Fehlerkorrektur-Stufe Q oder H.
Mindestgrössen für Druck
Die wichtigste Grösse beim QR-Code-Druck ist die Modulbreite — wie gross ist ein einzelnes schwarz-weisses Feld?
- Mobile Scans (Plakate, Flyer): mindestens 0.4 mm pro Modul
- Industrielle Scanner (Lager, Logistik): mindestens 0.25 mm pro Modul
- Auto-Scan aus dem Auto, grosse Distanz: mindestens 1.5 mm pro Modul
Für einen typischen QR-Code (Version 4, 33×33 Module) ergibt das bei mobilem Scan eine Mindestgrösse von etwa 15 mm × 15 mm. Bei dynamischen QR-Codes (kürzere URLs = weniger Module) reicht oft schon 20 mm × 20 mm als komfortable Grösse.
Quiet Zone — der weisse Rand
Um jeden QR-Code muss ein weisser Rand bleiben, mindestens 4 Modulbreiten breit. Ohne diese „Quiet Zone" haben Scanner Schwierigkeiten, den Code zuverlässig vom Hintergrund abzugrenzen.
Praxistipp: Bei kleiner Modulgrösse von 0.4 mm ergibt das einen Rand von 1.6 mm um den Code. Drucken Sie immer mindestens 2 mm Rand für Sicherheit.
Häufige Fehler beim Logo-QR-Code
- Logo zu gross — verdeckt mehr als 25 % der Module, Code unlesbar
- Fehlerkorrektur zu niedrig — Stufe L oder M mit Logo, Code teilweise unlesbar
- Logo über Finder Patterns — Scanner kann Code nicht orientieren
- Verlauf statt klare Module — Helligkeitskontrast geht verloren
- Kein weisser Rand um das Logo — Logo „verschmilzt" mit dem Codemuster
- Quiet Zone vergessen — Code zu nah am Rand des Druckmediums
Häufig gestellte Fragen
Wie teste ich, ob mein Logo-QR-Code lesbar ist?
Drucken Sie den Code in der Zielgrösse aus (nicht nur am Bildschirm prüfen!) und scannen Sie mit mindestens drei verschiedenen Geräten: ein iPhone, ein Android-Telefon, ein Tablet. Wenn alle drei zuverlässig auf den ersten Anlauf scannen, ist der Code praxistauglich.
Welche Dateigröße sollte der Code für den Druck haben?
Für Druckmaterialien immer als Vektor (SVG, PDF) exportieren, nicht als PNG. Vektoren bleiben in jeder Grösse scharf. QRTool exportiert standardmässig SVG und PDF.
Funktioniert ein QR-Code auf jeder Oberfläche?
Im Prinzip ja — aber Oberflächen-Reflexionen (glänzendes Papier, Folien, Glas, Edelstahl) können Scanner stören. Für reflektierende Materialien lieber Fehlerkorrektur H wählen und im Test prüfen.
Kann ich einen QR-Code als Bild im Code unterbringen (z. B. ein Produkt-Foto)?
Theoretisch ja, aber dann gelten dieselben Regeln wie für Logos: maximal 20 % Fläche, mit weissem Rand, Fehlerkorrektur H. Komplexe Fotos im QR-Code reduzieren die Lesbarkeit stark — einfache Symbole funktionieren besser.
Fazit
Ein QR-Code mit Logo ist technisch problemlos möglich, wenn drei Regeln eingehalten werden: Fehlerkorrektur Q oder H, Logo in der Mitte mit max. 20 % Fläche, weisser Rand um das Logo. Wer diese Punkte beachtet, erhält einen branded QR-Code, der genauso zuverlässig scannt wie der schwarz-weisse Standard — und dabei zur Marke passt.
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