Das wichtigste Mass: die Modulbreite
Beim QR-Code ist nicht die absolute Codegrösse entscheidend, sondern die Modulbreite — die Kantenlänge eines einzelnen schwarzen oder weissen Felds. Die Mindestmodulbreite bestimmt, ob der Code aus einer bestimmten Distanz scanbar ist.
| Anwendung | Mindest-Modulbreite | Typische Codegrösse* | |---|---|---| | Industrieller Scanner (Lager, Logistik) | 0.25 mm | 8 × 8 mm | | Smartphone-Scan, Hand-Distanz | 0.4 mm | 15 × 15 mm | | Plakat, 1–2 m Distanz | 1.0 mm | 35 × 35 mm | | Fahrzeugbeschriftung, 3–5 m Distanz | 1.5 mm | 60 × 60 mm | | Bauschild, 5–10 m Distanz | 3.0 mm | 100 × 100 mm | | Plakatwand, 10–20 m Distanz | 6.0 mm | 250 × 250 mm |
*basierend auf einem typischen Code mit 33 Modulen pro Seite (Version 4)
Faustregel zum Scan-Abstand
Die maximale Scan-Distanz beträgt etwa das 10-fache der Modulbreite. Bei 0.4 mm Modulbreite: ca. 4 cm. Bei 3 mm: ca. 30 cm. Bei einem 100×100 mm Code mit 3 mm Modulen erreichen Sie also realistisch eine Scan-Distanz von gut 30 cm — daher braucht ein Bauschild von 10 m Abstand grössere Module.
Wie viele Module hat ein QR-Code?
Die Modulanzahl pro Seite hängt von der Datenmenge und der gewählten Version ab:
| Version | Module pro Seite | Typischer Inhalt | |---|---|---| | 1 | 21 × 21 | Sehr kurze Texte, ca. 17 Zeichen | | 2 | 25 × 25 | Kurze URLs | | 3 | 29 × 29 | Mittlere URLs, kurze vCard | | 4 | 33 × 33 | Mittlere URLs mit UTM-Parametern, kurze vCard | | 5 | 37 × 37 | Lange URLs | | 10 | 57 × 57 | Lange vCard mit Foto-URL | | 40 | 177 × 177 | Maximum: ca. 4'000 Zeichen |
Faustregel für dynamische QR-Codes: Die einkodierte Redirect-URL ist sehr kurz (z. B. qrt.ch/abc), also reicht meist Version 2–4 (25 × 25 bis 33 × 33 Module). Das ergibt ein kompakteres, leichter scanbares Codemuster als bei langen Original-URLs.
Die Quiet Zone — der weisse Rand
Um jeden QR-Code muss ein weisser Rand mit mindestens 4 Modulbreiten stehen. Ohne diese „Quiet Zone" haben Scanner Schwierigkeiten, den Code zuverlässig vom Hintergrund abzugrenzen.
Praktisch:
- Bei 0.4 mm Modulbreite: 1.6 mm Rand
- Bei 1.0 mm Modulbreite: 4 mm Rand
- Bei 3.0 mm Modulbreite: 12 mm Rand
Empfehlung: immer 2 Modulbreiten Sicherheits-Puffer einplanen, also 6 Module statt 4. Bei einem 1.5 mm Modul also 9 mm Rand — wirkt grosszügig, ist aber druckpraktisch.
Drucktechniken im Vergleich
Offsetdruck (Plakate, Flyer)
- Auflösung: 300 dpi entspricht ca. 0.08 mm pro Pixel
- Geeignet ab: Modulbreite 0.5 mm (gute Reserven)
- Empfohlen: SVG- oder vektorbasiertes PDF-Export, kein gerastertes PNG
Digitaldruck (Visitenkarten, Werbeflyer)
- Auflösung: 600 dpi → ca. 0.04 mm pro Pixel
- Geeignet ab: Modulbreite 0.3 mm
- Achtung: Bei dünnem Papier kann die Tinte verlaufen — Modulbreite mindestens 0.5 mm
Inkjet (Verpackungen, Etiketten)
- Auflösung: 600–1200 dpi, je nach Material
- Geeignet ab: Modulbreite 0.3 mm
- Achtung: Bei poröser Oberfläche (Naturpapier) Tinte verbreitert sich — Modulbreite +20 %
Lasergravur (Holz, Metall, Glas)
- Auflösung: abhängig vom Laser, typisch 0.1 mm
- Geeignet ab: Modulbreite 0.5 mm
- Achtung: Kontrast oft niedrig — Fehlerkorrektur-Stufe H wählen
Stempel (Karton, Holz)
- Geeignet ab: Modulbreite 1.5 mm
- Achtung: Bei höherem Druck Verbreiterung der Module — eher Stufe Q wählen
Stickerei (Textilien)
- Geeignet ab: Modulbreite 2.5 mm
- Achtung: Stoffstruktur reduziert effektive Auflösung — Stufe H zwingend
Farbwahl und Kontrast
Ein QR-Code muss nicht zwingend schwarz auf weiss gedruckt sein, aber:
- Vordergrund dunkler als Hintergrund — immer zuverlässig
- Farbkontrast ≥ 50 % im Helligkeitswert
- Helle Module auf dunklem Hintergrund (Invertierung) — funktioniert auf neueren Scannern, aber nicht auf allen Industrie-Scannern
Vermeiden:
- Verlaufseffekte über den ganzen Code
- Komplementärfarben (rot/grün) ohne Kontrast
- Glänzende oder reflektierende Oberflächen
- Transparente Module auf unklarem Hintergrund
Praktische Beispiele
Visitenkarte (85 × 55 mm)
- Codegrösse: 15 × 15 mm (Version 2-3, ca. 0.55 mm Modulbreite)
- Quiet Zone: 2 mm
- Fehlerkorrektur: M (15 %) ohne Logo, Q (25 %) mit Logo
Flyer A6 (105 × 148 mm)
- Codegrösse: 20 × 20 mm (Version 3-4, ca. 0.65 mm Modulbreite)
- Quiet Zone: 3 mm
- Optional: Logo (max. 20 % Fläche, Stufe Q)
A4-Plakat (210 × 297 mm)
- Codegrösse: 40 × 40 mm (Version 4, ca. 1.2 mm Modulbreite)
- Quiet Zone: 5 mm
- Scan-Distanz: bis ca. 1.2 m
- Fehlerkorrektur: M ohne Logo, Q mit Logo
Fahrzeugbeschriftung (Lieferwagen-Seite)
- Codegrösse: 200 × 200 mm
- Modulbreite: 6 mm (Version 4)
- Quiet Zone: 25 mm
- Fehlerkorrektur: H (30 %) wegen UV-Belastung und Verschmutzung
- Folie: matt UV-beständig, schwarz-weiss
Bauschild (1000 × 1500 mm)
- Codegrösse: 250 × 250 mm
- Modulbreite: 7.5 mm
- Quiet Zone: 30 mm
- Scan-Distanz: 7–8 m realistisch
Häufige Fehler beim Druck
- Code zu klein für die Distanz — der häufigste Fehler. Wer Codes für Plakate mit Visitenkarten-Massen druckt, ärgert sich.
- Quiet Zone vergessen — Code zu nah am Rand des Druckmediums, Scanner versagt
- PNG statt Vektor — bei kleinen Codes geht Schärfe verloren
- Mehrfachdruck mit Verläufen — Module verschmieren
- Logo zu gross — über 20 % Fläche → Fehlerkorrektur reicht nicht mehr
- Glanzlaminierung über reflektierende Oberfläche — Scanner versagt bei Lichteinfall
Häufige Fragen
Funktioniert ein QR-Code auf gewölbten Oberflächen (z. B. Becher)?
Nur eingeschränkt. Wölbung verformt das Codemuster. Für Becher (Krümmung < 5 %) ja, mit Fehlerkorrektur H. Für stark gekrümmte Oberflächen (z. B. Flaschen) lieber auf einem flachen Label drucken.
Was ist die kleinstmögliche QR-Code-Grösse?
Theoretisch ca. 8 × 8 mm (industrielle Scanner). Für Smartphone-Scans realistisch 15 × 15 mm. Darunter wird's unzuverlässig.
Wie viele Druckmaterialien kann ich mit demselben dynamischen Code bedrucken?
Unbegrenzt. Ein QR-Code-Muster kann beliebig oft gedruckt werden. Der Backend-Anbieter zählt nur die Scans, nicht die Druckmenge.
Welches Format soll mir der QR-Code-Anbieter liefern?
Für Druck immer Vektorformate (SVG, EPS oder vektorbasiertes PDF). Vektoren bleiben in jeder Grösse scharf. PNG nur für digitalen Einsatz (Web, App).
Was ist die Mindest-DPI für PNG-Export?
Bei 0.4 mm Modulbreite Mindest-300-DPI, bei 1.0 mm reichen 150 DPI. Generell: DPI mindestens das Doppelte der typischen Drucker-Auflösung wählen.
Fazit
Der häufigste QR-Code-Fehler ist die falsche Modulbreite für die geplante Scan-Distanz. Wer die Faustregel „Maximaler Scan-Abstand = 10× Modulbreite" anwendet und stets im Vektorformat druckt, vermeidet die meisten Probleme. Bei Werbematerialien für mittlere Distanzen (Plakate, Fahrzeuge) lieber etwas grösser drucken als zu klein — der Kostenunterschied beim Druck ist minimal, der Konversionsunterschied gross.
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